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Ihre Maschinen abbilden

Resilic bildet Ihre Flotte als Produkt → Versionen → Installationen (Kunde × Standort) ab. Wie Ihre Maschinen darauf abgebildet werden, hängt davon ab, wie Sie bauen — und wer rechtlich Hersteller wovon ist.

Nach der CRA sind Sie Hersteller der Maschine, die Sie in Verkehr bringen — einschließlich Ihrer eigenen SPS-Applikation, des HMI-Projekts und der Integration. Die Hersteller dessen, was Sie integrieren — der Steuerungshersteller für Controller und Firmware, der OS-Hersteller, der Router-Hersteller — sind CRA-Hersteller ihrer Produkte mit eigenen Pflichten.

Ihre Pflicht für integrierte Teile ist die Sorgfaltspflicht (CRA Art. 13(5), gilt ab 11. Dez. 2027): Bei der Integration von Drittkomponenten — kommerziell, Hardware und Open Source gleichermaßen — prüfen Sie, dass sie die Cybersicherheit der Maschine nicht beeinträchtigen: Konformitätsstatus des Herstellers, dessen Update-Historie, Abgleich mit Schwachstellen- Datenbanken. Identifizieren Sie eine Schwachstelle in einer integrierten Komponente, melden Sie sie an deren Hersteller (Art. 13(6)) und behandeln die Auswirkung auf Ihre Maschine. Die Qualifizierungsakte, das Lieferanten-SBOM-Portal und die Signaturprüfung sind genau dafür da.

Ein Produkt je Maschinentyp — z. B. „Verpackungslinie VL-500”. Versionen sind Ihre Software-/Konfigurationsstände, jede mit ihrer SBOM. Installationen sind die Maschinen bei Kunden, Standorten und Ländern. Bei einem Schwachstellen-Treffer beantwortet Resilic die Betroffenheitsfrage direkt: welche Versionen, welche Kunden, welche Standorte.

Erfassen Sie zu jeder Installation das Land (ISO-Code, z. B. DE). Wenn Sie aus einem Schwachstellen-Treffer eine Artikel-14-Meldung anlegen, füllt Resilic die betroffenen Mitgliedstaaten aus den tatsächlichen Einsatzorten der betroffenen Maschinen vor — Sie prüfen und passen an, statt sie von Hand einzutippen.

Eine nach Kundenspezifikation gebaute Maschine wird als Sonderprodukt geführt („VL-500 Kunde X, Auftrag 2026-0471“): ein Produkt je gelieferter Maschine mit Auftragsnummer, Kunde, Übergabedatum und der Plattform, von der sie abgeleitet ist — angelegt zusammen mit As-built-Version und Installation. Das entspricht der Rechtslage: Jede in Verkehr gebrachte Maschine trägt ihre eigene technische Dokumentation, SBOM und Risikobeurteilung, und in Resilic gehören diese zum Produkt. Die Ansicht Projekte zeigt Ihre Sonderprodukte nach Kunde. Details: Sonderprodukte & Projekte.

Teilen Ihre Sondermaschinen eine gemeinsame Basis, führen Sie die Basis als Serienprodukt und benennen sie als Plattform: Rolle, Produktfamilie, Klassifizierung und Angaben zum Unterstützungszeitraum werden als unsignierte Entwürfe übernommen, während jede Maschine ihre eigene As-built-SBOM behält. In beiden Fällen ist das Komponentenregister arbeitsbereichsweit: dasselbe OpenSSL in dreißig Maschinen wird einmal geführt und korreliert.

Alles mit digitalen Elementen, das Sie ausliefern: Steuerungs-Firmware, Router- und Bildverarbeitungs-Firmware, Antriebs-Firmware, die HMI-/SCADA-Laufzeit, der Betriebssystem-Stand — und Ihre eigene Software (SPS-Projekt, HMI-Applikation), denn deren Hersteller sind Sie. Drei Wege hinein:

  1. Upload einer CycloneDX- oder SPDX-Datei aus Ihrer Engineering-Toolchain.
  2. Manuelle Komponenten für Geräte, die nie eine SBOM-Datei haben werden — ein Router sind drei Felder (Name, Version, CPE).
  3. Beim Lieferanten anfordern über das tokenbasierte Portal — mit Signaturprüfung, wenn der Lieferant seine SBOMs signiert.

Wo ein Hersteller CPE-Kennungen veröffentlicht (Industriehersteller tun das typischerweise in ihren Security Advisories), erfassen Sie sie — CPEs machen die Schwachstellen-Korrelation präzise.

Nutzt ein integriertes Produkt intern eine Bibliothek (etwa OpenSSL in einer Controller-Firmware), ist diese Bibliothek Sache des Komponentenherstellers, nicht Ihre. Das SBOM-Minimum der CRA (Anhang I Teil II (1)) umfasst mindestens die Top-Level-Abhängigkeiten Ihres Produkts — die Controller-Firmware ist Ihre Top-Level-Komponente; was darin steckt, gehört zur SBOM und zu den Pflichten ihres Herstellers.

Praktisch ist das Einlesen einer tieferen Lieferanten-SBOM (wenn angeboten) eine nützliche Frühwarn-Option: Eine aktiv ausgenutzte Bibliotheks-Schwachstelle erscheint dann sofort auf Ihrem Flotten-Dashboard, oft vor dem Advisory des Herstellers — um den Preis von mehr „Prüfung nötig”-Treffern in der Triage. Top-Level ist die Pflicht; tiefer ist Ihre Wahl. Resilic unterstützt beides, und keines erzeugt eine Pflicht, die nicht in der Verordnung steht.

Jede erfasste Installation benennt den Kunden, der die Maschine betreibt. Resilic gruppiert das automatisch zu einem Kundenverzeichnis (Seite „Kunden”): ein Eintrag je Kunde (der Name wird unabhängig von Groß-/Kleinschreibung zusammengeführt — „ACME Pharma” und „Acme Pharma” sind derselbe Kunde), mit Anzahl der Installationen und Produkte. In den Formularen für Installationen und Sonderprodukte wählen Sie einen bestehenden Kunden und Standort; ein neuer wird nur über die ausdrückliche Option Neuen … anlegen erstellt, damit ein Tippfehler kein Duplikat erzeugt. Der CSV-Flottenimport ordnet weiterhin nach Namen zu. Kunden lassen sich auf ihrer Seite umbenennen oder zusammenführen — Installationen und Sonderprodukte folgen.

Heute ist das Verzeichnis die schreibgeschützte Sicht „wer betreibt unsere Maschinen”. Es ist zugleich das Fundament, um betroffene Nutzer über Schwachstellen und Vorfälle (CRA Art. 14 Abs. 8) direkt aus Resilic zu informieren — Benachrichtigungs-Abonnements je Kunde stehen auf der Roadmap.

Art.-13-Pflichten (Sorgfalt, SBOM, Secure-by-Design) gelten ab dem 11. Dezember 2027; die Meldepflichten des Artikels 14 ab dem 11. September 2026. Resilic rahmt all dies als Vorbereitung — es zertifiziert keine Konformität.


Praxisfall: Anlage aus mehreren Händen: Wer ist Hersteller, wer meldet? – die Rollen entlang einer Verpackungslinie, wenn eine Kamera-Firmware auf der KEV-Liste landet.